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Archiv
08.09.2002
Elbehochwasser 2002

Am 18. August war der Ortsverband nach dem verheerenden Hochwasser an Elbe, Mulde und Weisseritz alarmiert worden und wenige Stunden später mit MTW, Kipper, Tieflader, Radlader und einer Mannschaft von 9 Helfern Richtung Dresden aufgebrochen.

"Wir wussten zunächst nicht was uns erwartet. Aber bald nach der Ankunft in Dresden wurde uns klar welche Verwüstungen das Hochwasser angerichtet hatte und dass es hier Arbeit für Wochen für unsere Räumgruppe geben würde.", so Martin Harbeck, der Zugführer der Münchner Fachgruppe.

Sofort nach der Ankunft in Dresden bekam die Fachgruppe den ersten Auftrag von der Einsatzleitung: 50.000 Sandsäcke mussten von der Leipziger Str. entfernt werden, damit der Verkehr auf der Hauptdurchgangsstraße am nächsten Tag wieder fließen konnte. Am nächsten Tag wurde die Gruppe eiligst in einem Hotel untergebracht, da noch am selben Morgen mit dem Tieflader zwei Amphibienfahrzeuge, ein Geschenk des russischen Staatspräsidenten Putin an die Stadt Dresden, vom Flughafen abgeholt werden mussten.

In den nächsten Tagen folgten mehrere Räumaufträge rund um das Diakonissen-krankenhaus und im Stadtteil Laubegast. Dort stand selbst fünf Tage nach der Flutwelle immer noch im ehemaligen Elbbett etwa 1 m hoch das Wasser. Dadurch war der Grundwasserspiegel weiterhin so hoch, dass ein ganzer Stadtteil Wasser in den Kellern und damit keinen Strom hatte.

Eine klassische Aufgabe für das THW: Die Münchner Fachgruppe befreite den Abflussgraben Richtung Elbe von Treibgut und umgestürzten Bäumen. Nur so konnte das Wasser der über 25 Pumpen der Fachgruppe Wasserschaden / Pumpen, die bis zu 40’000 l/min aus einer Senke förderten, ungehindert Richtung Elbe abfließen. Zusätzlich musste eine etwa 90 Personen umfassende Mannschaft bestehend aus etwa 5 Fachgruppen rund um die Uhr versorgt werden, weshalb der OV München-Ost in den nächsten Tagen Versorgungsfahrten mit Treibstoff und Lebensmitteln übernahm.

"Hier war eine reibungslose Zusammenarbeit der unterschiedlichen Fachgruppen nötig. Keine Fachgruppe und kein Technischer Zug kann alle Aufgaben allein übernehmen, aber in der gut koordinierten Zusammenarbeit ist das THW unschlagbar.", so Robert Kugler, damals stellvertretender Ortsbeauftragter des Ortsverbands München-Ost.

Nach sieben Tagen wurde die Gruppe zunächst nach Pirna und später nach Riesa zu Räumarbeiten verlegt. Nördlich der Elbe war dort ein Damm gebrochen und hatte das Neubaugebiet Röderau Süd und die alten Anwesen bei Promnitz etwa 3 Meter hoch überflutet. Durch von den Felder angeschwemmten Schlamm und Stroh verwüstet und das aus Heizungstanks ausgetretene Öl verseucht, müssen zahlreiche Gebäude komplett abgerissen oder von Grund auf saniert werden.

"Unsere Aufgabe war es den vom Hochwasser stark betroffenen Leuten bei den Aufräumarbeiten zu helfen. Mit dem Räumgerät wurden Hecken, kleinere Bäume und komplette Hütten aus den völlig verwüsteten Gärten entfernt. Hier war auch eine reibungslose Zusammenarbeit des THW mit Soldaten der Bundeswehr, der freiwilligen Feuerwehr und privaten Kipperfahrern gefordert.", so Zugführer Martin Harbeck.

Nach 12 Tagen harter Arbeit erhielt die Gruppe den erlösenden Befehl, dass sie nach Hause zurückkehren könne, da die Räumarbeiten von anderen Ortverbänden fortgesetzt würden.

In einem ist sich die Gruppe der neun Münchner Helfern einig: "Wir haben gesehen, dass unsere Hilfe gebraucht wird und deshalb würden wir jederzeit wieder die Strapazen eines zweiwöchigen Einsatzes auf uns nehmen!"